Eine nennenswerte Verkehrsentlastung und positive Entwicklung Weilheims ist nur mit einer Ortsumfahrung zu erreichen

von Dr. Claus Reindl

Seitdem es in unserer Stadt publik ist, dass eine Ortsumfahrung unserer Stadt zur Aufnahme in die Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes 2030 (Bvwp) vorgeschlagen ist, ist die Diskussion um eine Weilheimer Umfahrung und über verschiedene Trassenführungen wieder in vollem Gange. Dabei ist momentan eigentlich gar nicht der Zeitpunkt für eine derartige Debatte, da erst im November 2016 im Bundestag die Abstimmung über den Entwurf des Bvwp vorgesehen ist, der erst damit quasi zum Gesetz erhoben wird.

Die Stadt, das Staatliche Bauamt Weilheim und auch das bayerische Innenministerium haben die Ostumfahrung für den Bvwp angemeldet, die sich bei den Machbarkeitsuntersuchungen des Büro Seib vor gut 10 Jahren gegenüber den anderen untersuchten Trassen als Vorzugstrasse herauskristallisiert hat. Wenn unsere Umgehung Ende des Jahres tatsächlich die parlamentarische Hürde nimmt und im vordringlichen Bedarf des Bvwp gelandet ist, wird unser Staatliches Bauamt allerdings den Auftrag erhalten, alle möglichen Trassen, im Westen, im Osten und auch eine Unterfahrung noch einmal einer genauen Prüfung zu unterziehen. Denn in den vergangenen gut 10 Jahren haben sich Richtlinien für den Straßenbau und  gesetzliche Bestimmungen in Bezug auf die Belange des Umwelt- und Naturschutzes stark gewandelt, sodass in der Konsequenz die Bewertungen der einzelnen Trassen möglicherweise gegenüber denen der alten Machbarkeitsstudie deutlich abweichen können.

Daher macht eine Diskussion über die Trassenführung  erst dann Sinn, wenn uns die Fachbehörden nach eingehender Prüfung aller Fakten und Kriterien eine neu bewertete Vorzugstrasse vorschlagen. Über diese gilt es dann in frühestens zwei Jahren zu entscheiden, bevor man damit in das Planfeststellungsverfahren geht.

Wir, die Stadtratsfraktion der Bürger für Weilheim und auch Bürgermeister Markus Loth, stehen nach wie vor für eine Umfahrung Weilheims. Nur so ist eine nennenswerte Verringerung der innerörtlichen Verkehrsbelastung zu erreichen. Sollte sich bei der künftigen Trassenuntersuchung der Fachbehörden aber herausstellen, dass die von uns bisher favorisierte Ostumfahrung aus welchen Gründen auch immer nicht mehr realisierbar ist, können wir auch mit einer Umgehung im Westen leben. Wenn es sinnvoll und zu einem realistischen Preis machbar ist, könnten wir auch eine derzeit immer wieder ins Spiel gebrachte Unterfahrung Weilheims akzeptieren, wenngleich damit nur eine geringere innerstädtische Entlastung erreichbar wäre und große Verkehrsprobleme während einer wohl mehrjährigen Bauphase zu erwarten wären.