Archiv für den Monat: Dezember 2016

15. Dezember Jahresabschlussrede der Nestorin des Stadtrates Ragnhild Thieler

15. Dezember Jahresabschlussrede der Nestorin des Stadtrates Ragnhild Thieler

Herr 1. Bürgermeister Loth, Herr 2. Bürgermeister Martin, Frau 3. Bürgermeisterin Flock,

Kolleginnen und Kollegen des Stadtrates,

liebe Preisträger, meine Damen und Herren,

 

als Nestor des Stadtrates nehme ich auch in diesem Jahr gerne zum Jahresabschluss unserer gemeinsamen Arbeit hier in diesem Gremium die Gelegenheit wahr, ein paar Gedanken zu äußern und dabei an dieser Stelle zuerst all denen zu danken, die sich in vorbildlicher Weise für das Gemeinwohl in unserer Stadt eingesetzt haben, die vielen ehrenamtlich tätigen Menschen, neben unseren heutigen Preisträgern, in unseren Vereinen und Organisationen, im kirchlichen, sozialen, kulturellen und sportlichen Bereich oder in den Rettungseinrichtungen sind es, die unsere Stadt so lebenswert und liebenswert machen.

 

Herr Bürgermeister Loth hat in seiner Rede ja bereits die wichtigsten Entscheidungen unserer Stadtratstätigkeit vorgetragen und mit dem kurzen Film unseres Lichtkunstfestivals elegant die Brücke zu meiner Rede geschlagen.

 

Für zwei Tage leuchtete und strahlte Weilheim in beeindruckender Weise. Ein Festival, das Alt und Jung, gleich welcher Nationalität und Herkunft in den Bann zog, ein Staunen in die Gesichter und ein Lächeln auf die Lippen zauberte.

 

Ich war Teil dieses wunderbaren Teams, das völlig uneigennützig etwas ganz  Neues in und für Weilheim auf die Beine stellen wollte.

 

In diesem Stadtrat bin ich auch Teil eines Teams, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, völlig uneigennützig für und in Weilheim etwas zu bewegen und für die Weiterentwicklung des Standortes Weilheim zu sorgen.

 

Ich weiß, nicht immer kann man das eine mit dem anderen vergleichen, aber es gibt durchaus Berührungspunkte, in vielen Bereichen ähnelte sich die Arbeitsweise und unterschied sich doch in so vielem, vor allem in der Vorgehensweise.

 

Aber hier wie dort ging es auch um Geld, um uns anvertrautes Geld,  es ging um Akzeptanz, um Mut, etwas völlig Neues zu riskieren, dafür neue Wege einzuschlagen und schließlich zu gehen, um Widerstand, um Durchsetzungsvermögen, um Überzeugungskraft, um Durchhänger und Ängste.

 

Aber uns allen war immer klar, erfolgreiche Arbeit kann nur dort geleistet werden, wo Vertrauen und ehrlicher Umgang miteinander gewachsen sind.

 

Erlauben sie mir daher in meiner heutigen Rede an Sie manch nachdenklichen Vergleich.

 

In vielen Bereichen arbeitet zum Wohle unserer Stadt auch der Stadtrat sehr harmonisch und erfolgreich miteinander, aber der Ton ist merklich rauer geworden, manchmal spüre ich mangelndes Vertrauen in die Arbeit verschiedenster Gremien und in die Arbeit unserer Verwaltung, das stimmt mich sehr nachdenklich und es erschwert die Arbeit miteinander, Hinterfragen muss erlaubt sein, aber wir sollten uns bemühen im Respekt voreinander, sachlich ohne Schuldzuweisungen miteinander aufkommende Fragen zu lösen. Fairness und Respekt unter uns ist immer auch ein Stück gelebte Menschlichkeit, die uns allen gut tut.

 

Gelobt werden muss der Stadtrat aber von meiner Seite auch, denn in wichtigen Fragen sind viele einheitliche Beschlüsse gefällt worden und er hat sich entschieden in entscheidenden Situationen auch mal keine weiteren öffentlichen Stellungnahmen abzugeben, die auch zu diesem Zeitpunkt nicht zielorientiert und somit notwendig waren, oder Spielball verschiedener Interessen zu werden. Wir sind uns unserer Verantwortung sehr wohl bewusst und machen es uns nicht leicht bei unseren Entscheidungen. So ist es auch keinem von uns leichtgefallen die schmerzliche Entscheidung treffen zu müssen, in diesem Haushalt den Bau einer 3-fach Turnhalle auf den Weg zu bringen und zu realisieren.

 

Wir wissen alle sehr wohl um die großen Verdienste unseres Sportvereins, wie wertvoll die dort geleistete Arbeit ist. So kann ich die Enttäuschung auch sehr wohl verstehen, aber wir Stadträte sind es, die den Bürgern/innen gegenüber die sorgfältige Verwendung von Steuergeldern zu vertreten haben, aber eines muss mit aller Deutlichkeit gesagt werden, wir lassen unseren Sportverein in keinster Weise hängen oder im Stich, das müssten auch die führenden Herren des TSV wissen. Jeder Stadtrat wird den Bau dieser Turnhalle weiterhin auf seiner persönlichen Prioritätenliste haben und sich um Möglichkeiten bemühen, die den von allen Stadtratsmitgliedern wirklich gewünschten  Bau einer 3-fach Turnhalle so schnell wie möglich umzusetzen.

 

Es war in unserer Lichtkunst-Vereinsarbeit übrigens von großem Vorteil, dass keine politischen Interessen im Vordergrund standen, obwohl Vertreter verschiedener Fraktionen im Team waren , ging es einzig und allein um die Sache und damit um das Ziel.

 

Im Stadtrat sitzen die verschiedensten politischen Vertreter, das ist auch richtig und wichtig, aber auch hier sollte die Sache und das Ziel die höchste Priorität haben, aber manchmal habe ich den Eindruck, dass bei Anträgen und Wortmeldungen von Kollegen/innen in öffentlichen Sitzungen bereits die nächste Kommunalwahlwahl im Hinterkopf steckt. Bei den darauf folgenden oft langatmigen Diskussionen frage ich mich gelegentlich, ob wir die an sich klaren Strukturen unserer Arbeit wirklich verinnerlicht haben, da waren wir schon mal besser.

 

Denn nach gründlicher Vorarbeit mit allen Detailbesprechungen im Fachausschuss unter Beteiligung von Referenten und Sachverständigen steht dann nach einer weiteren Fraktionssitzung das Projekt zur Entscheidung im Stadtrat an. Sollten noch Fragen offen stehen, besteht immer die Möglichkeit zu einer weiteren Diskussion, aber wie bereits gesagt bei den langatmigen Diskussionen geht manchmal die Konzentration dabei auf das Wesentliche verloren .

 

Besonders diskussionsfreudig wird der Stadtrat, wenn man der Meinung ist, der Bürger müsste mit in  die Entscheidungsfindung mit einbezogen werden. Bürgerbeteiligung ist für eine Entscheidungsfindung durchaus von grundlegender Bedeutung, dies wird auch in Agenda-Gruppen, auf Informationsveranstaltungen oder Bürgerversammlungen durchaus praktiziert, aber meine lieben  Kolleginnen und Kollegen, sie sind die gewählten Vertreter der Bürger/innen, sie können und müssen abstimmen, das erwartet ihr/e Wähler/in auch von Ihnen. Lassen Sie sich auch nicht durch Aktionen mancher Gruppierungen verunsichern, die immer zu bestimmten Themen und Aktionen aktiv werden. Einmischen kann durchaus erwünscht sein, nur dagegen zu sein ist allerdings zu wenig, denn nur konstruktive Vorschläge bringen uns wirklich weiter, Stadträte sollten weiterhin ihre Entscheidungen wie bisher nach gründlichen Abwägungen fällen.

 

Auch bei allem Verständnis für die kontroverse Diskussion über eine Ortsumfahrung für Weilheim, war es wichtig eine klares Bekenntnis seitens des Stadtrates für eine Umfahrung abzugeben, in Starnberg haben wir gesehen, wie politischer Streit vor Ort eine mögliche Verbesserung blockieren kann. Das darf bei uns nicht passieren. Mit dem Beschluss des Bundesverkehrswegeplans 2030 durch den Bundestag kann die Ortsumfahrung nun in Weilheim umgesetzt werden. Das Staatliche Bauamt in Weilheim kann und wird jetzt mit den Planungen beginnen, für Weilheim werden, ich betone es nochmals, die vier Varianten der Umfahrung geprüft, auch unter dem Aspekt wie Verkehrsaufkommen und Naturschutz untersucht. Ich bitte alle, das nötige und verdiente Vertrauen  unserem Planungsbüro entgegenzubringen, ich bin überzeugt sie werden ihre Aufgabe zu unserer Zufriedenheit erledigen. Wer sich weiterhin gegen eine Ortsumfahrung ausspricht, muss wissen, dass Mobilität das Fundament von Wachstum, Wohlstand und Arbeit ist.

 

Hauptsache dagegen, gab es beim Lichtkunstverein zum Glück nicht, wahrscheinlich auch, weil die Skeptiker gar nicht wussten, was auf sie zukommt, aber die Bedenken mancher, die dem Ganzen kritisch gegenüberstanden wurden ernst genommen und ausgiebig diskutiert, aber dann haben wir entschieden, wir machen es.

 

Unser Moto war zuhören, nachdenken und schließlich entscheiden.

 

Und die mehrheitliche Entscheidung wurde dann letztlich von allen getragen, auch wenn man vielleicht anfangs anderer Meinung war und nicht restlich überzeugt werden konnte.

 

Zum Schluss noch etwas zur Presse. Wir vom Lichtkunstverein wurden von der Presse sehr wohlwollend begleitet, die Berichterstattung war großartig und dass es so ein Erfolg wurde , war auch ein Verdienst eben dieser Presse.

 

Es ist richtig, dass die Presse unsere Arbeit im Stadtrat kritisch betrachtet und hinterfragt, aber die Verantwortung der Presse in der öffentlichen Meinungsbildung durch Information und Bewertung ist enorm. Wie geht man mit den Menschen in der Öffentlichkeit um, deren Handeln man kommentiert und kritisiert.

 

Diese Frage wirft für mich die Kultur des Umgangs miteinander auf, das trifft gleichermaßen in diesem Kreis für uns zu, wie übrigens in allen Teilen unserer Gesellschaft. Es sind die Werte einer Gemeinschaft, wie Fairness, Rücksichtnahme, Toleranz, Achtung vor dem Nächsten, um einige zu nennen, Eigenschaften, die Maßstäbe unseres Handels sein sollten.

 

In diesem Sinne bin ich überzeugt und zuversichtlich wird der Stadtrat die Herausforderungen für das kommende Jahr mit Elan anpacken und dabei nie die vergessen, die unsere Hilfe benötigen, leider werden es immer mehr.

 

Den drei Bürgermeistern, allen voran unserem 1.Bürgermeister Markus Loth danke ich im Namen meiner Kolleginnen und Kollegen für die immer offene und faire Art der Zusammenarbeit, sowie dem ständigen Bemühen die notwendigen Entscheidungen für die Stadt mit uns zu treffen.

 

Weiter spreche ich meinen Dank den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, des Bürgerheimes und der Stadtwerke für ihre Tätigkeit und ihre gute Zusammenarbeit mit uns aus.

 

Ich wünsche Ihnen, Herr Bürgermeister, allen Kolleginnen und Kollegen des Stadtrates und ihren Familien, sowie allen Bediensteten der Verwaltung, des Bürgerheims, der Stadtwerke, allen Mitarbeitern/innen in unseren städtischen Einrichtungen, den Preisträgern, der Presse und allen Weilheimerinnen und Weilheimern ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest sowie ein glückliches Jahr 2017, Gesundheit, Zufriedenheit und Gottes Segen.

 

Erklärung der Fraktion BfW  zur geplanten Dreifachsporthalle

Erklärung der Fraktion BfW zur geplanten Dreifachsporthalle

Als Sportreferent und Mitglied des Stadtrates – auch im Haushalts- und Finanzausschuss – habe ich direkt mit der Vorplanung und auch mit dem jetzigen Ergebnis zu tun gehabt:

  1.  Zuerst einmal ist es wichtig für so ein großes Bauvorhaben sowohl die Standortfrage, als auch die voraussichtlichen Kosten als belastbare „Schätzung“ zu ermitteln. Zum zweiten muss natürlich auch der Bedarf für eine weitere Halle nachgewiesen sein. Dies alles ist seit 2015/2016 geschehen unter Einbindung der Verantwortlichen des TSV und der anderen Sportvereine, sowie der Stadt mit Bürgermeister, Bauamt, Kämmerei und Sportreferent. Viele Treffen und Sitzungen hat es dazu gegeben, in denen sich alle einig geworden sind, ja wir brauchen eine weitere 3-fach Halle für den Sport in Weilheim. Der Standort wurde gefunden auf einem städtischen Grundstück und letztlich dann die Kostenschätzung von ca. 6 Mio. Euro für den Neubau in diesem Sommer, die uns alle doch in der Höhe etwas kleinlaut gemacht hat. (zuvor war von 4 Mio. ausgegangen worden!).  Erst jetzt ist dieses Bauvorhaben so weit, dass es in die Haushaltsberatungen und wenn erfolgreich in den sogenannten Finanzplan der Stadt aufgenommen werden kann.
  2. In der diesjährigen Haushaltsplanung und Sitzung, zu der die Kämmerei alle Planzahlen vorlegt, die sowohl den Verwaltungshaushalt, als auch den Vermögenshaushalt auflisten (insgesamt ein Werk, das einen großen Ordner komplett füllt)  ergab sich dann folgendes Bild : Zuerst müssen aus dem Vermögenshaushalt die sogenannten Pflichtaufgaben der Stadt, dazu zählen die Sanierung der Ammerschule, die Sanierung und Erweiterung der Kindergärten/Kitas, und die Vorhaben, zu denen Zuschüsse von höherer staatlicher Stelle zugesagt sind, wie Innenstadtsanierung und Busbahnhof, abgearbeitet und in den Plan eingestellt werden. Die Investitionen dieser Aufgaben liegen im Bereich von 15 Mio., und müssen bereits zum Teil über Kredite finanziert werden.  Jeder Haushalt der Stadt muss von der nächsthöheren Behörde (Landratsamt) überprüft und genehmigt werden. Eine weitere Kreditaufnahme für den Bau der Sporthalle ist aus den genannten Gründen leider für 2017 (ev. auch 2018) nicht darstellbar und wäre auch nicht genehmigungsfähig gewesen!

 Leider ist es jetzt erst einmal so – und das bedauern alle Fraktionsmitglieder –  dass die Sporthalle im sogenannten „Investitionsplan“ der Stadt stehen bleiben muss.

Wir werden uns als Fraktion, sowie ich als Sportreferent, auf jeden Fall weiterhin für den Neubau einsetzen.  Sollte sich die Haushaltslage 2018 /2019  so positiv entwickeln, dass eine Dreifachturnhalle darstellbar ist, wird unsere Fraktion dies auf alle Fälle unterstützen.

Ich hoffe diese Informationen führen dazu, die derzeitige Entscheidung und Situation nachvollziehbar zu machen.

Tillman Wahlefeld

– Stadtrat und Sportreferent –

im Namen den Fraktion der BfW

1. Dezember – der Christkindlmarkt hat begonnen

Heute pünktlich um 18 Uhr wird wird Bürgermeister Markus den diesjährigen Christkindlmarkt offiiziell eröffnen. Aber seit 10 Uhr herrscht schon geschäftiges Treiben auf dem Marienplatz. Auch wir Bürger von Weilheim sind wieder mit einem Stand vertreten. Neben Schupfnudeln und heißen Getränken gibt es auch allerlei andere Kleinigkeiten. Kommen Sie uns besuchen! Der Erlös aus dem Verkauf wird – wie jedes Jahr- im nächsten Jahr sozialen oder kulturellen Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Unseren Stand finden Sie zwischen dem Reisebüro Simader und dem Optiker Hatzmann. Wir freuen uns auf Sie!

1. Dezember – Haushalt 2017 – von Jochen Knittel

1. Dezember – Haushalt 2017 – von Jochen Knittel

Jochen Knittel in seiner – auszugsweise wieder gegebenen – Rede zum Haushalt 2017:

Lassen Sie mich (deshalb lediglich) drei wichtige Aspekte zum diesjährigen Haushalt herausgreifen.

Die Kosten von unserem Verwaltungshaushalt wachsen stetig. Das Ziel, dass Weilheim Oberzentrum wird, beinhaltet aber auch in der Zukunft weiteres Wachstum. Die Kosten und aber auch die Erträge müssen sich auf alle Fälle gleich entwickeln.

Wo bleibt das Konnexitätsprinzip?  „Wer anschafft zahlt! Die Regierung macht Gesetze, die Kommunen zahlen!“

Wir müssen aufpassen, dass uns die Kosten nicht davonlaufen.

Ein Beispiel: Die Kosten für die KITA und Kindergärten sind gegenüber dem Vorjahr um rd. 900 T€  gestiegen. Diese Beträge sind nicht nur für das nächste Jahr sondern bleiben auch für Folgejahre.

Je größer Weilheim wird, je mehr Kindertagesstätten und Kindergärten wir benötigen, desto größer werden auch die von der Stadt zu tragenden Kosten sein. Ich bitte um Verständnis, dass auch die Gebühren entsprechend der Entwicklung angepasst werden müssen. Wir müssen weiterhin mit gesunden Finanzen leben.

Es ist trotzdem die richtige Entwicklung für Weilheim, wenn Weilheim Oberzentrum wird. Es kann ja nicht sein, dass jede kleine Kommune viel zu große Gewerbegebiete und Baugebiete ausweist. Der hieraus geborene unnötige Verkehr belastet Weilheim jeden Tag. Aufgabe des Landkreises und der übergeordneten Behörden muss es sein, im Landesentwicklungsplan geordnete Strukturen zu schaffen.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch ein anderes Thema ansprechen: Das Thema Wirtschaftsförderung.

Im vorliegenden Haushalt planen wir  Gewerbesteuereinnahmen 2017 von 11 Mio. Euro. Schwankungen bei den Gewerbesteuereinnahmen haben wir in den letzten Jahren zwischen 8,5 und 12 Mio. Euro gehabt. Es wäre ein Irrglaube zu meinen, wir würden Überschüsse bei der Gewerbesteuer ähnlich dem Niveau Penzbergs erreichen. Das klappt nicht, da haben wir gar nicht die Struktur und zwar weder kurzfristig noch langfristig. Aber wir können auf alle Fälle durch eine aktive Wirtschaftspolitik versuchen, ein möglichst optimales Gewerbesteueraufkommen zu erreichen. Mit der Ausweisung eines neuen Gewerbegebietes Achalaich ist es aber nicht ausschließlich getan. Das sind langfristige Entwicklungen.

Das gesamte Umfeld für Gewerbebetriebe in Weilheim mit den gesamten weichen Standortfaktoren ist sehr gut. Es wird die gesamte Zeit auf hohem Niveau gehalten. Anstrengungen müssen aber gemacht werden z.Bsp. bei folgenden Bereichen:

  • Flächenmarketing für Neuansiedlung
  • Stärkere Frequentierung der Innenstadt – sprich mehr Kunden
  • Einheitliches Marketing
  • Tagestourismus
  • Vernetzung der einzelnen Gruppen in Weilheim (Standortförderverein, Gewerbeverband, Unternehmerkreis, Landratsamt , IHK  ….)
  • Weiterentwicklung Weilheims in Bezug auf Schaffung von Arbeitsplätze

Ohne Manpower in der Verwaltung geht das aber nicht .Die Abteilung V im Rathaus mit der Leiterin Frau Liebmann ist der Beginn in die richtige Richtung.

Es freut mich außerordentlich, dass wir auf unsere Initiative hin im Stellenplan bei Frau Liebmann zumindest eine weitere Stelle vorgesehen haben. Ich wünsche mir, dass diese auch baldmöglichst besetzt wird. Denn eins ist klar: alle Wünsche und Entwicklungen in allen anderen Bereichen kosten Geld. Von nichts kommt nichts. Hinter der Einkommensteuer ist die Gewerbesteuer die zweite wichtigste Einnahmequelle. Diesen Bereich zu vernachlässigen wird sich vielleicht nicht kurzfristig aber auf alle Fälle langfristig rächen. Uns muss folgendes klar sein: eine Stadt wie Weilheim konkurriert heutzutage mit anderen Kommunen im Umkreis. Es wird die Zeit kommen, dass Wirtschaftsförderung eine Pflichtaufgabe jeder Kommune wird. Kommunen werden es sich gar nicht mehr leisten können dies lediglich als freiwillige Aufgabe zu betrachten.

Nun komme ich zu meinem dritten Punkt:

Das Volumen der Investitionen für den Haushalt 2017 und Folgejahre hat es in sich. Das sind Investitionen, die schon lange vorbereitet wurden bzw. nicht hinausgeschoben werden können. Bei den großen Investitionen können wir noch mit hohen Zuschüssen rechnen. Bei einigen genehmigten Zuschüssen haben wir aktuellen Handlungsbedarf, wenn wir die Zuschüsse nicht verlieren wollen.

Die wesentlichen Investitionen  : Ammerschule 45 % Zuschussanteil, Busbahnhof  45 % Zuschussanteil , Museum 33 % Zuschussanteil, Kindergarten Pfiffikus 37 % Zuschussanteil, Innenstadt Sanierung 57 % Zuschussanteil ,

Hochwasser Ammer, Rathaus Sanierung, Sanierung Töllern: leider Keine Zuschüsse aber dringend notwendig .

Wir haben insgesamt ein Investitionsvolumen von  Mio. 24,2  € , bei erwartenden Zuschüssen von Mio. 8,8 €  .Für die Stadt verbleibt ein Volumen für diese Investitionen von  € 15,4 Mio .

Eine große Investition fehlt leider momentan noch und das schmerzt uns sehr. Das ist die dringend erforderliche neu zu bauende Dreifachturnhalle. Die Kostenschätzungen haben ergeben, dass die Halle ca.5,8 Mio. € kosten wird . Bei Zuschüssen TSV und BLSV von rd. 1,2 Mio. € verbleibtenbei der Stadt rd. 4,6 Mio. €. Nach intensiven Beratungen zum Haushalt haben wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Möglichkeit gesehen, die Dreifachturnhalle in die Finanzplanung aufzunehmen. Sollte sich die Haushaltslage so positiv entwickeln, dass eine Dreifachturnhalle darstellbar ist, wird unsere Fraktion dies auf alle Fälle unterstützen.

Eine Abwägung ist zu treffen: Wollen wir diese Investitionen aus unseren Rücklagen finanzieren oder wollen wir entsprechend Darlehen aufnehmen um diese Investitionen auch durchführen zu können?  Denn rein aus den laufenden Überschüssen vom Verwaltungshaushalt können wir diese Investitionen nicht stemmen.

Unsere Fraktion spricht sich für die geplante höhere Darlehensaufnahme bei geringerer Rücklagenentnahme aus.

  • Die jetzigen Zinsen sind weiterhin auf absolut niedrigem Niveau
  • Bei der Ammer Schule erhalten wir 10% Tilgungszuschuss bei Darlehensaufnahme
  • Unsere Rücklagen sind wichtig um handlungsfähig in der Zukunft bleiben zu können

Zum Schluss möchte ich mich bei allen Beteiligten Stadtratskollegen bedanken, ganz besonders für die konstruktive Vorberatung bezüglich des vorgelegten Haushaltes.

Wie jedes Jahr haben unserer Kämmerer Herr Scharf mit seiner Mannschaft und den jeweils betroffenen Abteilungen die Unterlagen perfekt vorbereitet. Daher war eine zügige Bearbeitung und Verabschiedung dieses Haushaltes im Hauptausschuss bei den Haushaltsberatungen möglich. Hierfür vielen Dank.

Auch möchte ich mich in diesem Zusammenhang bedanken bei Herrn Schlosser mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Vorlage des Wirtschafts- und Finanzplanes des städtischen Bürgerheimes.

Der vorliegende Haushalt, den unsere Fraktion in der vorgelegten Fassung zustimmen wird, ist solide und berücksichtigt viele lang hinausgeschobene, notwendige Projekte. Die geplante Kreditaufnahme in Höhe von 8 Mio. € ist hoch. Sie ist notwendig, wenn wir die Investitionen in der jetzt noch äußerst günstigen Zinslage und den erwarteten Zuschüssen tätigen wollen. Für unsere Fraktion ist dies bei derzeitiger Haushaltslage möglich .Wir sehen diese nachhaltigen Investitionen auch in Anbetracht der Erhaltung der Steuerkraft der Stadt Weilheim als vertretbar an.