Einige Zahlen und Daten zum Verkehrsgutachten von Prof. Kurzak aus dem Jahr 2017

Einige Zahlen und Daten zum Verkehrsgutachten von Prof. Kurzak aus dem Jahr 2017

Als Datenbasis für die Planungen einer Weilheimer Entlastungsstraße, die derzeit vom Staatlichen Bauamt Weilheim durchgeführt werden, wurde eine Verkehrserhebung und ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben.In letzter Zeit wurden immer wieder Inhalte aus dem Gutachten des Ingenieurbüros  Prof. Kurzak in die Öffentlichkeit getragen, die, aus dem Zusammenhang gerissen, leider ein oft etwas schiefes Bild ergeben haben. So wurde immer wieder die Zahl von 12% Durchgangsverkehr auf den Weilheimer Straßen genannt. Diese Angabe steht so auch tatsächlich im Gutachten, sie bezieht sich aber auf alle binnen 24 Stunden in Weilheim absolvierten Kfz-Fahrten, also auch solche, die sich im Wesentlichen nur innerhalb eines Stadtteils, auf kleineren Wohngebietsstraßen, Fahrt zum Kindergarten, zum Bäcker etc. abspielen, wo ohnehin kein oder so gut wie kein Durchgangsverkehr stattfindet.

Blickt man aber auf die gemeinhin bekannten stark belasteten Straßen, so ergibt sich ein komplett anderes Bild:

Auf der B2 im Bereich Bahnunterführung am Dietlhofer See wurden 26.200 Kfz pro Tag gezählt, davon 40% im Durchgangsverkehr, das sind 10.440 Kfz/Tag. 1.380 (also 5 %) der 26.200 Kfz sind Schwerlastverkehr, davon 77%  (1.070 Lastwagen und Busse) im Durchgangsverkehr.

Auf der B2 zwischen Südspange und Waisenhausstraße bewegen sich pro Tag 16.200 Kfz. Der Anteil des Schwerverkehrs liegt bei 7% (1.160 Lkw und Busse). Der Durchgangsverkehr liegt bei 34 % im Gesamtverkehr und bei 54% im Schwerverkehr. Das sind 5.490 Fahrzeuge im Durchgangsverkehr am Tag und davon 630 Lkw und Busse

Auf der Pollinger Straße fahren pro Tag 18.700 Fahrzeuge, davon 4% Schwerlastverkehr, also 820 Busse und Lkw. Der Anteil des Durchgangsverkehrs beträgt 27% im Gesamtverkehr (5.100 Fahrzeuge). Der Durchgangsverkehr liegt beim Schwerverkehr bei 48%, also 390 Lkw und Busse pro Tag. Südlich der Südspange fahren auf der Pollinger Straße sogar 21.700 Fahrzeuge pro Tag.

Auf der Deutenhausener Straße wurden östlich des Gewerbegebiets „Am Weidenbach“ 11.100 Fahrzeuge pro Tag gezählt, davon 4% Schwerverkehr (450 Lkw und Busse). Der Anteil des Durchgangsverkehrs beträgt beim Gesamtverkehr 33%, beim Schwerverkehr 44%

Die Tankenrainer Straße wird am westlichen Ortsrand von 7.900 Fahrzeugen am Tag befahren, davon 6% Schwerverkehr (480 Lkw und Busse). Der Anteil des Durchgangsverkehrs beträgt im Gesamtverkehr 37%, beim Schwerverkehr 48%.

Besonders interessant sind auch die Zahlen für die Verkehrsbelastung innerorts, die nicht nur auf den Hauptverkehrsachsen, sondern auch in Nebenstraßen und in Wohngebieten erhoben wurden. Dabei wurden zum einen die Zahlen für den Ist-Zustand 2017 erhoben, zum anderen wurde die Entwicklung für die Zeit bis 2035 dargestellt, wenn keine Entlastung durch eine Umfahrung oder einen Tunnel erfolgt (Prognose 2035 Nullfall). Dabei wurden auch die allgemeine Verkehrsentwicklung, die bereits bekannte und zu erwartende weitere Stadtentwicklung, Neubau der Berufsschule, der Tunnel in Starnberg, usw. mitberücksichtigt. Die Zahlen zeigen unter anderem, dass ohne eine zukünftige Verkehrsentlastung nicht nur auf den Hauptverkehrsachsen mit einer weiteren Verkehrszunahme zu rechnen, sondern gerade die Straßen in den Wohngebieten mit einer starken Verkehrsmehrung durch den zunehmenden Schleichverkehr zu rechnen hätten. Des Weiteren wird im Gutachten dargestellt wie sich der Verkehr in Weilheim bis 2035 entwickeln würde für den Fall, dass eine Umfahrung im Westen, eine Umfahrung im Osten oder ein Tunnel gebaut würde.

Den Link zur Seite des Staatlichen Bauamtes Weilheim finden Sie hier